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Wunderwaffe Wertschätzung, Postboten, Müllmänner und virtuelles Austoben. Fernsehmoderator Tim Niedernolte in einem STARKEN Interview!

In seinem Buch schreibt Tim Niedernolte vom virtuellem Austoben. „Wir lieben das Netz mit all seinen Möglichkeiten – aber hassen uns darin bis aufs Blut“.

Zudem spricht Tim in seinem Buch von dem „Earth Overshoot Day“ Der Tag, an dem alle Ressourcen eines kompletten Jahres aufgebraucht sind. Es läuft ihm kalt den Rücken herunter, wenn er daran denkt, wie wir die Welt unseren Kindern hinterlassen.

Erstellt von Matthias Schlattmeier am 16. März 2018
Dienstag der 27. Januar, kurz nach 5 Uhr morgens. Wie immer bin ich um diese Uhrzeit schon wach als ich auch heute wieder als erstes einen Blick in die neue Westfälische werfe. Ich ziehe die Augenbrauen hoch und fange an mich zu ärgern. Matthias, warum er und nicht ich? Seit Jahren steht auf meiner Fahne dick und fett das Thema Wertschätzung und nun so etwas ausgerechnet von jemandem, der auch noch gebürtig aus Bad Oeynhausen kommt………..
 

Matthias W.: Hallo Tim. Da hätte auch ich drauf kommen können. Ein Buch zum Thema Wertschätzung mit dem Titel „Wunderwaffe Wertschätzung“Starke Idee, starker Text! 

Tim Niedernolte

                        Tim Niedernolte



Als ich heute Vormittag von meiner Versicherungsagentur auf die viel befahrene Eidinghausener Straße (als Oeynhausener kennst Du diese Straße sicher) gefahren bin, habe ich gefühlt 10 Minuten gewartet bis jemand eine Lücke ließ. Warst Du das, Tim?

Tim: Richtig! Das war ich. Habe deinen genervten Blick gesehen, wie du unruhig von rechts nach links und vor und zurück auf deinem Sitz gerutscht bist. Und deine Lippen sich mehrfach bewegten. Da dachte ich mir, bevor der Typ sich jetzt noch mehr darüber auslässt, warum in seiner geliebten Heimatstadt alle so herzlos und ohne Blick für den Nebenmann unterwegs sind, da bin ich eben jener welcher… dein Lächeln und dankbares Winken zum Einfädeln gaben mir Recht. Und haben mich auch mitlachen lassen!

 
Matthias W.: Du schreibst in Deinem Buch: „Wertschätzung heißt, dem Leben die Tür aufzuhalten“. Wem hast Du heute schon die Tür aufgehalten? Dem Postboten aus Deinem Buch?

Tim:  Hätte ich gerne… aber den habe ich verpasst. Dafür dem Müllmann. War nämlich schön Stau auch vor unserer Haustür heute morgen, als ich von meiner Kita-Tour zurück kam. Ich sage nur: Großbaustelle. Und mitten rein kam dann noch das Müllfahrzeug, das die Straße komplett dicht gemacht hat. Von allen Seiten wurden die armen Männer in orange angehupt. (Als ob die anderen alle keine Mülltonne zu Hause haben 😉 Und da habe ich den Jungs angeboten, unsere leere Tonne selber bis hinten durch in den Innenhof zu schieben. Damit sie schneller die Straße räumen können.  

 Matthias W.: Mit einem Wort. Wertschätzung ist für Dich……..
 
 Tim: sowichtigwiedieluftzumatmeninunseremalltag

Matthias W.: Es gibt in unserer Branche einen Witz: „Warum heißt es Führungskraft und nicht Führungspersönlichkeit? Persönlichkeit haben diese Menschen schon lange nicht mehr“.
Was ich damit sagen möchte, lieber Tim. Denkst Du, Wertschätzung hat auch etwas mit Persönlichkeit zu tun?
 
Tim: Das auf jeden Fall. Zumindest am Anfang. Die einen sind vielleicht vom Typ her schon offener und empfänglicher    für diese Lebenshaltung, andere vielleicht vom naturell eher nicht so. Doch das ist nur die Ausgangslage. Wertschätzung ist eine Haltung, die man lernen kann, egal was für´n Typ man ist. Wenn man sie sich bewusst macht. Und eine Sache, die man im Alltag immer wieder trainieren kann. Und das auch im Job, und ganz besonders auch mit Personalverantwortung. Sei es als Führungskraft oder Führungspersönlichkeit oder was auch immer. 

Matthias W.: In Deinem Buch schreibst Du vom virtuellem Austoben. Konkret schreibst Du: „Wir lieben das Netz mit all seinen Möglichkeiten – aber hassen uns darin bis aufs Blut“.

Tim: Ja, leider. Das Netz ist ja viel zu oft das Paradebeispiel für mangelnde Wertschätzung alias Shitstorms, Hasskommentare, Mobbing. Ist ja auch so schön anonym da und schnell gemacht, von Zuhause aus, oder mobil im Bus: ein paar Klicks – und schon hat man da mal ordentlich seine Wut abgelassen oder all seinen Hass über eine Person gegossen. Egal, welchen sozialen Kanal man sich da anschaut. Kennen wir alle. Umso wichtiger finde ich es, dass man da mit positiven Netz-Beispielen kontert. Und gerade auch online ganz viel Wertschätzendes entgegensetzt. Zum Glück gibt es viele tolle Beispiele und Möglichkeiten. Und die sind oft auch genauso leicht zu nutzen oder zu machen. Ein Beispiel gefällig? Dieser tolle Blog hier, by the way. Mehr davon!

Matthias W.: Tim, Du sprichst in Deinem Buch von dem „Earth Overshoot Day“ Der Tag, an dem alle Ressourcen eines kompletten Jahres aufgebraucht sind. Zudem schreibst Du, es läuft Dir kalt den Rücken

herunter, wenn Du daran denkst, wie Du die Welt Deiner Tochter hinterlässt. Wertschätzen wir die Erde zu wenig oder die nachfolgende Generation?

Tim: Definitv. Nach uns sie Sintflut… das ist ja kein großes Geheimnis. Und die Zahlen und Prognosen sprechen eine mehr als eindeutige Sprache. Deshalb ist die Frage, was wir aus diesem Status Quo und mit diesem globalen Wissen machen, auch eine sehr wichtige Frage der Kategorie Wertschätzung! 

Matthias W.: Brauchen wir das Schulfach Wertschätzung?

Tim. Schaden würde es natürlich nicht, allein in Bezug auf die vorherige Frage. Anderseits würde ich da aber eher nein sagen. Nicht nötig, ein eigenes Fach. Doch wie wäre es, wenn in Mathe, Erdkunde, Sport und Musik, in Bio und Chemie und Politik und Sozialkunde einfach wieder viel mehr Wertschätzung vorgelebt würde? Und diese Haltung immer wieder neu mit den jeweiligen Inhalten in Verbindung gebracht wird?
Dann wäre viel mehr gewonnen – und das ganze bekommt auch direkt mehr Alltags-Tauglichkeit. Zum Glück leben das viele Lehrer ja schon vor. Denn vorleben ist und bleibt nun einmal der beste Ratgeber.Aber es können noch viel mehr Pädagogen mitziehen. Und die Schüler selber auch – ist ja keine Einbahnstrasse, die Nummer……….
 
Matthias W.: Am Ende Deines Buchs geht es um Cocktails. Welche Zutaten gehören für
Dich in Deinen ganz persönlichen Wertschätzungscocktail?
 
Tim: Respekt, Augenhöhe, Nächstenliebe. Dazu ganz viel Herzenswärme anstelle des Cocktail-typischen Eises. 
Und eine Prise Mut und jede Menge Spaß! (Schüttel´ mal ordentlich, Matthias, und sag´ mir dann, wie´s schmeckt 🙂
 
Matthias W.: Und, lieber Tim, als Existenzretter und Versicherungsmensch interessiert mich natürlich, ob man Wertschätzung auch versichern sollte. Sozusagen eine Wertschätzungsversicherung.
 
Tim: So gerne ich dir da einen neuen Markt erschließen würde, lieber Matthias, ich sage: eindeutig nein.
Das wäre der Anfang vom Ende. Wertschätzung muss jederzeit möglich sein und for free sein, ohne Netz und doppelten Boden. Und wenn viele mitmachen, dann wird sie sich auch niemals aufbrauchen oder verschütt gehen. Ergo – Versicherung überflüssig!
 

 Wertschätzende Grüße in die weite Welt senden:

Matthias W. Schlattmeier                                                                  Tim Niedernolte

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