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Ein Wasserschaden, unser Umzug und Emotionen………

Vor einigen Wochen, genaugenommen am 8. Juli, schrieb ich in meinen Wochenrückblick auf Facebook von einem Wasserschaden. Matthias, Matthias, rief meine Innendienstfee Sabine am 4. Juli gegen 15 Uhr, kurz nachdem wir die Agentur geöffnet hatten…….
Was sich bis heute daraus entwickelt hat, hätte ich Feinde, ich würde es ihnen nicht gönnen. Niemandem würde ich es gönnen……..

Erstellt von Matthias Schlattmeier am 30. Juli 2016

Die Chronik zur Hölle:

4. Juli. 15 Uhr. kommt plötzlich Wasser aus der Decke der Agentur. Direkt über dem Köpfchen meiner Innendienstfee Sabine.

15:10 Uhr. Der Mieter in der Dachgeschosswohnung, alarmiert durch den Mieter in der Wohnung darunter, kommt schnellen Schrittes das Treppenhaus hoch. Zusammen betreten wir seine Wohnung und sehen Wasser. Überall Wasser, der Wasserhahn in der Küche liegt neben der Spüle, offenbar abgerissen. Der Sachverständige stellt später fest, der Wasserhahn war mit Silikon geflickt 🙁

7. Juli. Ein unabhängiger Sachverständiger schaut sich den Wasserschaden an. In der oberen Wohnung ist eher wenig zu sehen, in der Wohnung darunter dagegen hängen die Tapeten in Fetzen von der Wand. Bei uns in der Agentur macht der Sachverständige 5 Stellen aus, an welchen das Wasser der Erdanziehungskraft folge geleistet hat. Zudem ist das Wasser an mehreren Stellen unter das Laminat gelaufen. Mist!

In der ersten Etage hängen die Tapeten von der Wand.

In der ersten Etage hängen die Tapeten von der Wand.

Sofort ist klar, die Wohnungen werden in Kürze nicht mehr zu bewohnen sein. Da das Haus Baujahr 1955 ist und mit einer Decke aus Lehm und Stroh ausgestattet ist, müssen alle Decken entfernt werden, um einen Hausschwamm vorzubeugen!

Ob wir unseren Betrieb weiterführen können, steht in dem Moment noch nicht fest. Plan „B“ wird ausgearbeitet, was wäre wenn…….

8. Juli. Es wird „gecheckt“, wer hat welche Versicherungen. Das Gebäude ist über die DEVK versichert, ebenso mein Inventar und die Betriebsunterbrechung. Die Mieterin im Obergeschoss hat keine Hausratversicherung, der Mieter im Obergeschoss hat eine Hausratversicherung und eine private Haftpflichtversicherung. Sollte es sich bestätigen, dass der Wasserhahn tatsächlich falsch angebracht war und ein Verschulden nachgewiesen wird, hätte die Gebäudeversicherung wie auch die Betriebsunterbrechungsversicherung die Möglichkeit, Regress zu nehmen. Auf deutsch: Die Versicherung holt sich das Geld vom Verursacher wieder.

11. Juli. Mann fühlt förmlich die Feuchtigkeit in der Agentur. Die Schadensanierer fangen an, die Decke über unseren Köpfen aufzuflexen, um Feuchtigkeit zu messen. Schon jetzt steht fest, eine Kommunikation ist bei dieser Lärmbelästigung kaum noch möglich. Die Wahrscheinlichkeit, dass auch wir ausziehen müssen, rückt näher…

12. Juli. Eine Kundin, welche lediglich ihr Auto über uns versichert hat, fragt, was es mit dem Loch in der Decke auf sich hat. Ich erkläre ihr von dem Wasserschaden und die Regressmöglichkeit. Die Frage, ob sie eine private Haftpflichtversicherung hat, verneint sie. Zitat: „Ich mache ja nix kaputt“.

13. Juli. Die Mieter haben sich mittlerweile eine neue Bleibe gesucht. Der Sachverständige kommt erneut und legt die Schadensumme bei mindestens 51.000 Euro fest. Für die Sanierung setzt er 3 Monate an. Mindestens.

14. Juli. An den Fußleisten in der Agentur bildet sich Schimmel. Unschön!

15. Juli. Wir schauen uns nach neuen Räumen um. Glück im Unglück. Nur 7 Häuser weiter steht ein ehmaliges Versicherungsbüro eines Mitbewerbers leer. Guter Zustand, wir könnten sofort einziehen.

16. Juli gegen 22 Uhr. Meine Partnerin weckt mich. Der Keller steht unter Wasser, als Ursache steht schnell ein geplatzter Wasserkessel fest. Ich habe das Gefühl, ich sehe und höre nur noch Wasserschaden…..

18. Juli. Eine Gutachterin für Betriebsunterbrechung kommt aus Lübbeck. Das Gespräch läuft auf einem klasse Niveau, meine Ängste, auf Umzugskosten sitzen zu bleiben, werden mir weitestgehend genommen. Von jetzt an ist klar, wir werden umziehen (müssen)

20. Juli. Zusammen mit der Kollegin Sabine und dem Kollegen Michael gehen wir Mittags essen und besprechen die weitere Vorgehensweise. Dauerhaft umziehen oder nur für die Zeit der Sanierung? 3X umgezogen ist wie 1X abgebrannt, sagt der Volksmund. Der Gedanke, ganz umzuziehen, verfestigt sich. Auch wenn es in der Seele brennt, da wir die Räumlichkeiten seit 2008 angemietet haben, uns sehr wohl fühlen und unsere Kunden den jetzigen Standort kennen.

21.Juli. Erste Gespräche mit dem neuen Vermieter verlaufen positiv. Die neuen Räumlichkeiten sind ansprechend.

27 Juli. Die Sanierung beginnt. Im Dachgeschoss reißt das Sanierungsunternehmen die Decke raus, man hat das Gefühl, diese stürzt jeden Moment über unseren Köpfen zusammen. Zum Glück ist der 27. Juli ein Mittwoch, ab 12 Uhr ist geschlossen.

Die Decke im Dachgeschoss ist raus

Die Decke im Dachgeschoss ist raus.

28.Juli. Die Sanierer beginnen nun auch die Decke über uns abzutragen. Lehm und Dreck rieselt auf unsere Schreibtische nieder. Ich wiege mittlerweile 5 Kilo weniger als noch am 4. Juli. Der „Rattenschwanz“, welchen der Schaden nach sich zieht, zerrt an den Nerven.

29. Juli. Umzug. Punkt 12 Uhr werden die ersten Kartons in die neue Agentur gefahren. Der eigentliche Umzug ist für den einen Tag später, den Samstag geplant.

Der Schlüsseldient wechselt uns die Schlösser in der neuen Agentur, als ich verschwitzt mit einem Umzugskarton stehe, sagt er: „Arbeit macht schön“ und lacht. Mir ist dagegen gar nicht zum Lachen zumute.

Samstag 30. Juli. Der Umzug geht dank zahlreicher Helfer zügig über die Bühne. Gegen 18 Uhr lassen wir alles stehen und liegen und verschieben Restarbeiten auf den darauffolgenden Sonntag. Sabine dagegen verabschiedet sich in den 3-wöchigen Sommerurlaub. Ihre letzten Worte: „Ich freue mich achon richtig auf nach den Urlaub. Bei solch einer schönen Agentur…….

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Kommentare

  1. Bella sagt:

    Viel Glück in den neuen Räumen! Bin auf die ersten Agenturfotos gespannt.

  2. Vielen Dank für die Erfahrungsbericht.
    Lg aus Wien

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